Schuldenuhr nach Sektoren - Deutschland --- zuletzt aktualisiert März 2017 --- Kontakt: blub@ak85.de


Die Summe aller Schulden und Guthaben ist immer null. Anders ausgedrückt: Die Verbindlichkeiten (Schulden) des Einen entsprechen den Forderungen (Guthaben) eines Anderen.
Bei der Schuldenuhr ist es daher entscheidend die Schulden/Guthaben aller Teilnehmer einer Volkswirtschaft zu betrachten, um eine Erkenntnis gewinnen zu können. Im Folgenden ist die Entwicklung der Nettogeldvermögen (negativ bedeutet Schulden) der deutschen Wirtschaftssektoren seit Beginn der Europäischen Währungsunion dargestellt. Für weitere Erklärung siehe unten.

Staat:
Privathaushalte:
Unternehmen:
Ausland:


Quelle:
Die Daten sind der AMECO-Datenbank der Europäischen Kommission entnommen. Sie sind dort zu finden unter "Net lending (+) or net borrowing (-)" für die jeweiligen Sektoren: Staat = "government" (UBLG), Private Haushalte = "households" (UBLH), Unternehmen = "corporations" (UBLC), Ausland = -"total economy" (UBLA). Letztere sind in der Datenbank effektiv die Forderungen gegenüber dem Ausland. Daher wurden diese hier negiert, um als Geldvermögen des Auslands mit den anderen verglichen werden zu können.

Methodik:
Als Grundlage für obige Zahlen wurde die Nettogeldvermögensbildung seit Einführung der Europäischen Währungsunion 1999 verwendet. Folgendes Diagramm zeigt die Vermögensbildung jedes Sektors pro Jahr:

geld1.png

Für die Veränderungsrate der Vermögen in den "Schuldenuhren" wurde der letzte Wert aus 2016 herangezogen. Hier sieht man schon, dass alle Sektoren in Deutschland Nettosparer geworden sind. Demzufolge nahm 2016 das Ausland alle Schulden Deutschlands auf. Das Ausmaß der Auslandsverschuldung wird noch deutlicher, wenn man die Vermögen jedes Sektors seit 1999 aufsummiert:

geld1.png

Die Summe der Nettogeldvermögen in 2016 wurde als Startpunkt für die "Schuldenuhren" verwendet. Die Uhren zählen ab dem 1. Januar 2017 mit der oben erwähnten Veränderungsrate die Vermögen konstant herunter bzw. hoch. Die Uhr wird jährlich mit neuen Daten angepasst.

Kurz gesagt heißt das:
Wir exportieren seit Jahrzehnten und in den letzten Jahren sogar massiv mehr als wir importieren und wir hoffen, dass wir diese Überschüsse irgendwann in Zukunft wieder zurückbekommen, plus Zinsen.
Was ist aber, wenn das Ausland nicht alles zurückzahlen kann oder will? Was ist, wenn das Ausland seine Währung abwertet??

Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden auf: makroskop.eu

Schuldenuhr für: Schweiz